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Rauch- und Gasmelder



Über 500 Menschen kommen in Deutschland jährlich bei Bränden ums Leben. Etwa 75% von ihnen werden nachts von einem Feuer überrascht. Noch heute lehnen viele Menschen technische Sicherheitseinrichtungen wie Rauch- und Gasmelder ab, weil sie fest davon überzeugt sind, selbst im Schlaf frühzeitig eine Gefahr zu erkennen.

Die Realität sieht leider ganz anders aus. Erstens nimmt ein Mensch Gerüche im Schlaf nicht mehr wahr und zweitens lassen Brandrauch und Brandgase den Menschen in einen Tiefschlaf fallen, wenn nicht sogar nach wenigen Atemzügen ersticken. So ist es auch nicht verwunderlich, dass weit über 90% alle Brandtoten nicht durch das eigentliche Schadensfeuer sterben, sondern in aller Regel an Rauch- und Gasvergiftungen.

Rauchmelder retten Leben!
Rauchmelder retten Leben!

Gasmelder
Ähnlich wie Rauchmelder, überwachen Gasmelder kontinuierlich ihre Umgebungsluft. Sollte aus einer Gasflasche oder der Gasleitung unbeabsichtigt Gas ausströmen, schlägt das Gerät ebenfalls Alarm! Gasmelder sollten überall dort Anwendung finden, wo sie ständig oder regelmäßig mit Gas arbeiten, z.B. in einer Küche mit Gasherd, in einer Gartenlaube in der Flüssiggas genutzt wird oder im Wohnmobil.

Häufig gestellte Fragen und Antworten - FAQ

Sind Rauchmelder gesetzlich vorgeschrieben?
In Rheinland-Pfalz müssen alle Neubauten im Wohnbereich mit Rauchmeldern ausgestattet sein. In den Räumen Kinderzimmer, Schlafzimmer sowie Flur und, falls vorhanden, Treppenraum muss mindestens ein Rauchmelder vorgehalten werden. Dieser Grundschutz ist jedoch auch für bereits bestehende Gebäude sinnvoll.

In welchen Räumen sollten Rauchmelder installiert werden?
Zur Grundausstattung gehört je ein Rauchmelder in den Flur und das Treppenhaus sowie in alle Schlafräume & Kinderzimmer. In Arbeits- und Computerzimmer sowie sonstigen Wohnräumen ergänzen weitere Rauchmelder sinnvoll den Grundschutz. Rauchmelder in Küchen und Nassräumen wie Badezimmer werden oft durch aufsteigenden Wasserdampf fehl ausgelöst. Eine Installation in solchen Räumen sollte vorher ausgetestet werden. Legen sie einfach einen, für einen anderen Raum vorgesehenen Rauchmelder über mehrere Wochen auf einen hohen, deckennahen Schrank. Bleiben Fehlauslösungen aus, können Sie ein Gerät fest an der Decke installieren.

Woran erkenne ich die Qualität eines Rauchmelders und worauf muss ich beim Einkauf achten?
Der Verband der Schadenversicherer (VdS) veröffentlicht auf seiner Internetseite alle von ihm anerkannten Produkte:
www.vds.de/fachservice/anerkannte/db_pbma.php?aid=210215000
Allgemein sollten Sie aber auf jeden Fall auf folgende Punkte beachten:
  • der Rauchmelder sollte den Qualitätsanforderungen des VdS (Verband der Schadenversicherer e.V.) entsprechen Erkennbar ist dies am aufgeprägten VdS - Zeichen
  • der Rauchmelder sollte auf optischer Basis funktionieren
  • der Rauchmelder sollte CE-zertifiziert und GS geprüft sein und einer internationalen Norm entsprechen z.B.: BS 5441 Part 1 (Britischer Standart), PrEN ISO 12239 (1995), 0ISO/DIS 12239
Gibt es verschiedene Arten von Rauchmeldern?
Rauchmelder für den privaten Bereich sind vom Prinzip her weitgehend gleich konstruiert. Es spielt keine Rolle, ob der Rauchmelder eckig, oval oder rund ausgeführt ist. Auch sind mittlerweile Rauchmelder in verschiedenen Farben und Holzdekoren am Markt erhältlich. So bleibt die Wahl der Bauform und Farbgebung reine Geschmacksache!

In welchen Räumen sollten keine Rauchmelder installiert werden?
Beachten Sie die Hinweise der Hersteller. Einige Hersteller empfehlen, in Küchen und Nassräumen wie Dusch- oder Badezimmer keine Geräte zu installieren, weil aufsteigender Wasserdampf zu Fehlalarmen führen kann, was aber nicht bedeutet, dass diese Räume nicht oder minder brandgefährdet sind.

Was muss ich bei der Installation eines Rauchmelders beachten?
Dreierlei Dinge gilt es allgemein zu beachten:
  1. Rauchmelder müssen möglichst hoch angebracht werden. Deswegen empfiehlt es sich, solche Geräte an der Decke aufzuhängen.
  2. Rauchmelder sollten mindestens 50cm von der Wand entfernt angebracht werden. Durch die thermischen Eigenschaften des Rauches werden die Wand/Deckenwinkel kaum mit Rauch beaufschlagt, da sich dort eine Art heißes Luftpolster bildet, welches die Auslösung des Rauchmelders verhindern kann. Oft wird von den Herstellern empfohlen, die Geräte mittig an der Decke anzubringen. Das muss nicht unbedingt sein, solange sie den oben beschriebenen Seitenabstand einhalten. So können sie aus optischen Gründen die Installationspunkte relativ frei wählen.
  3. Beachten Sie unbedingt die gerätespezifischen Montageanweisungen des Herstellers.
Ich bin Raucher, meldet mir der Rauchmelder jetzt jede Zigarette?
Nein, gute Geräte stecken auch stärkeren Tabakqualm problemlos weg. Aber auch hier gilt, dass die Mess- und Alarmgrenzen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind. In Partyräumen kann es aber schon einmal zu einem Fehlalarm kommen.

Was kosten Rauchmelder?
Die Preise für Rauchmelder sind seit dem Jahr 2002 rapide gefallen. Gute Modelle bekommen Sie schon ab etwa 10 bis 20 Euro.

Warum ist bei den meisten Rauch- & Gasmeldern nur teurer Batteriebetrieb möglich?
Entstehen tagsüber viele Brände durch Fahrlässigkeit respektive Unachtsamkeit, so sind es nachts hauptsächlich technische Defekte, die zu einem Schadenfeuer führen. Da in solchen Fällen meist die Stromkreissicherungen auslösen, würde dies dazu führen, dass auch der Rauchmelder stromlos geschaltet wird und damit seine Aufgabe nicht mehr wahrnehmen kann. Außerdem liegt die Betriebsdauer moderner Rauchmelder heute schon bei 2-4 Jahren Betriebszeit. Ebenfalls auf dem Markt erhältliche Rauchmelder mit 230-V-Netzversorgung müssen über eine redundante Stromversorgung (z.B. Batterie) verfügen. Lassen Sie sich im Zweifelsfall vor dem Kauf von Ihrem Händler oder Ihrer Feuerwehr beraten.

Wann muss die Batterie eines Rauch- oder Gasmelders gewechselt werden?
Die meisten auf dem Markt erhältlichen Geräte zeigen eine geringe Batteriespannung mit einem kurzen "Alarmpiep" an, der sich in mehrstündigem Intervall ein paar Mal am Tag wiederholt. Der Alarmintervall nimmt i.d.R. mit weiter abnehmender Batteriespannung zu. Gleichzeitig sollte eine LED konstant blinken.

Je nach Hersteller können die Geräte aber auch auf andere Art und Weise auf einen anstehend Batteriewechsel aufmerksam machen.

Achtung: Vom Einkauf billiger, namenloser Rauchmelder (z.B.: ohne jegliche Batteriealarmeinrichtung) muss aus Sicherheitsgründen dringend abgeraten werden! Lassen Sie sich vor dem Kauf von Ihrem Händler beraten.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:
http://www.rauchmelder-lebensretter.de/

Quelle: www.feuerwehr-koblenz.de